Kleinwasserkraft

Informationen zum Ablauf der Tarifförderung von Wasserkraftanlagen

Allgemeines

Die Förderung von Kleinwasserkraftanlagen mittels Einspeisetarif gilt für neu zu errichtende Anlagen oder zu revitalisierende Anlagen, sofern die Engpassleistung von 2 MW nicht überschritten wird. Pro Jahr steht für die Tarifförderung von Kleinwasserkraftanlagen ein Unterstützungsvolumen von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Höhe der Einspeisetarife wird jährlich per Verordnung geregelt.
Ein Antrag kann eingereicht werden, sobald alle notwendigen Genehmigungen vorliegen und ein gültiger Einspeisezählpunkt existiert.

Leitfaden Antragstellung für Kleinwasserkraftanlagen

  • Errichtung einer Neuanlage 

    Ablauf der Förderung:

    • Antragstellung über das Ticketsystem.
      Erforderliche erstinstanzliche Genehmigungen (z.B. Baubescheid, ElWOG, Wasserrechtliche Genehmigungen etc.) müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollständig vorliegen und sind im Rahmen des Ansuchens vollständig hochzuladen. Die Einbringung eines Förderantrages ist weiters nur mit einem gültigen Einspeisezählpunkt möglich. Falschangaben führen zur Ablehnung des Antrages.
      Beachten Sie bitte weiters, dass ein gültiger Erstantrag vor Beginn der baulichen Maßnahmen einzubringen ist. Wurde zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits mit dem Bau begonnen, ist ausschließlich eine Vergütung zum Marktpreis möglich.
    • Prüfung des Antrages
    • Zuweisung eines frei verfügbaren Förderkontingentes (Unterstützungsvolumen)
    • Förderzusage in Form des Vertrages über die Abnahme und Vergütung von Ökostrom
    • Bau und Inbetriebnahme der Anlage innerhalb von 36 Monaten ab dem Zeitpunkt der Vertragsausstellung
    • Meldung der Inbetriebnahme durch den Netzbetreiber an OeMAG, Beginn der Tariflaufzeit
    • Einreichung des Kollaudierungsbescheides zur Prüfung der errichteten Anlage
  • Revitalisierung einer bestehenden Kleinwasserkraftanlage 

    Für die Revitalisierung einer Kleinwasserkraftanlage mit einer Engpassleistung von bis zu 2 MW kann eine Förderung mittels Einspeisetarife beantragt werden. Bei einer Revitalisierung einer Kleinwasserkraftanlage handelt es sich um Investitionen in die Anlage, die zu einer Erhöhung der Engpassleistung oder des Regelarbeitsvermögens um mindestens 15% führen.
    Eine Revitalisierung ist immer dann gegeben, wenn mindestens zwei der wesentlichen Anlagenteile wie Turbine, Wasserfassung, Druckleitung, Triebwasserkanal, Krafthaus oder Staumauer bzw. Wehranlagen, welche vor Baubeginn bereits bestanden haben, weiter verwendet werden.
    Bei einer Änderung der Anlage können gegebenenfalls auch Änderungen der bestehenden Bewilligungen notwendig werden. Klären Sie daher vor der Antragstellung bei der OeMAG mit den zuständigen Behörden ab, ob die vorliegenden Genehmigungs- oder Bewilligungsbescheide geändert werden müssen.
    Alle für die Errichtung und den Betrieb notwendigen Genehmigungen und Bewilligungen müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vorliegen. Dies umfasst ebenfalls allfällig notwendige Änderungsbescheide.

     

    Ablauf der Förderung:

    • Antragstellung über das Ticketsystem
      Im Antrag muss die zukünftige Engpassleistung (Engpassleistung der Anlage nach der durchgeführten Revitalisierung) angegeben werden.
      Erforderliche erstinstanzliche Genehmigungen (z.B. Baubescheid, ElWOG, Wasserrechtliche Genehmigungen etc.) sowie ggf. Änderungen bestehender Genehmigungen müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollständig vorliegen und sind im Rahmen des Ansuchens vollständig hochzuladen. Die Einbringung eines Förderantrages ist weiters nur mit einem gültigen Einspeisezählpunkt möglich. Falschangaben führen zur Ablehnung des Antrages.
      Beachten Sie bitte weiters, dass ein gültiger Erstantrag vor Beginn der baulichen Maßnahmen einzubringen ist. Wurde zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits mit der Durchführung der Revitalisierung begonnen, ist ausschließlich eine Vergütung zum Marktpreis möglich.
      Ebenfalls muss dem Antrag ein technischer Bericht mit folgenden Mindestinhalten beigelegt werden:
      • Beschreibung der Bestandsanlage
      • Erläuterung der geplanten Maßnahmen
      • Feststellung der maximal möglichen Engpassleistung und des durchschnittlichen Regelarbeitsvermögens vor der Revitalisierung (bezogen auf die letzten drei Jahre vor Antragstellung)
      • Angabe der geplanten maximal möglichen Engpassleistung des Regelarbeitsvermögens nach durchgeführter Revitalisierung
      • Berechnung der Steigerung von Engpassleistung und Regelarbeitsvermögen in Prozent
    • Prüfung des Antrages und des technischen Berichtes durch die OeMAG
    • Zuweisung eines frei verfügbaren Förderkontingentes (Unterstützungsvolumen)
    • Nach Zuweisung des Unterstützungsvolumens Ausstellung der Förderzusage in Form des Vertrages über die Abnahme und Vergütung von Ökostrom
    • Umsetzung der geplanten Revitalisierung innerhalb von 36 Monaten ab dem Zeitpunkt der Vertragsausstellung
    • Meldung der Inbetriebnahme der revitalisierten Anlage durch den Netzbetreiber bzw. mittels Gutachen. Anlagen, die nicht bereits in die ÖKO-Bilanzgruppe einspeisen, müssen zeitgerecht gewechselt werden. Die dazu notwendige Wechselvollmacht finden Sie hier.
    • Nachweis der durchgeführten Revitalisierung mittels Gutachen eines Ziviltechnikers oder sachverständigen des einschlägigen Fachgebietes. Das Gutachen muss folgende Mindestinhalte umfassen:
      • Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen
      • Feststellung und Gegenüberstellung der maximal möglichen Engpassleistung und des Regelarbeitsvermögens vor sowie nach der Revitalisierung
      • Berechnung der Steigerung von Engpassleistung und Regelarbeitsvermögen in Prozent
      • Angabe der plausiblen Volllaststunden (Ausnutzungsstunden) der Anlage
      • Bestätigung des Inbetriebnahmedatums der revitalisierten Anlage
    • Beginn der Tariflaufzeit
.

Information zur Übermittlung von Förderverträgen - Vertragsdownload

Ab dem 19.12.2019 werden die Verträge über die Abnahme und Vergütung von Ökostrom nicht mehr per Post versandt, sondern im elektronischen Abwicklungssystem zum Download bereitgestellt.
Der Download kann nach der Erstellung des Vertrages durch den Einstieg in das elektronische Abwicklungssystem (LOGIN mit Benutzer und Passwort) unter dem Punkt „Vertragsdokumente“ oder in der Förderantrags-Übersicht erfolgen.
Mit dem Versand der E-Mail „Ihr Vertrag steht zum Download bereit“ werden Sie über die Download-Möglichkeit informiert.
Der Vertrag muss nicht unterzeichnet und nicht mehr retourniert oder hochgeladen werden.

Vergütung des eingespeisten Stroms

Nach erfolgreicher Inbetriebnahmemeldung der Neuanlage durch den Netzbetreiber bzw. der Revitalisierung mittels Gutachten kann die Abrechnung in unserer Datenbank gestartet werden. Die monatlichen Zahlungen werden jeweils am Ende des Folgemonats durchgeführt.
Bei jährlich abgelesenen Anlagen erfolgt einmal im Jahr nach Übermittlung der Daten durch den Netzbetreiber eine Abrechnung über die tatsächlich eingespeisten Mengen.
Nach Ablauf der Förderlaufzeit ist eine Abnahme des Ökostroms durch die OeMAG zum Marktpreis möglich. Eine schriftliche Information über den weiteren Ablauf erhalten Sie fristgerecht vor Ablauf der Förderlaufzeit.


Die Förderabwicklung erfolgt auf Basis der Allgemeinen Bedingungen der Ökostromabwicklungsstelle (AB-ÖKO).