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Elektromobilität: Auf die Stromquelle kommt es an

Wien, 19.08.2010

Die Bundesregierung und die Autoindustrie setzen auf Elektrofahrzeuge und argumentieren dies mit dem Klimaschutz. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ist der Umweltnutzen aber nur gegeben, wenn der Strom aus erneuerbarer Energie kommt. "Ein Elektroauto, das mit Strom aus Kohle fährt, verursacht ähnlich viele CO2-Emissionen wie ein Diesel-Pkw", so VCÖ-Experte Martin Blum.

Der VCÖ fordert, dass rasch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die E-Mobilität tatsächlich zu mehr Klimaschutz führe. Laut Verkehrsclub gibt es derzeit in Österreich rund 3.230 reine Elektrofahrzeuge, davon sind 9 Prozent E-Autos, 78 Prozent sind Elektromopeds bzw. Elektromotorräder. Das Umweltbundesamt rechnet mit einem Anstieg von Elektrofahrzeugen in Österreich auf rund 210.000 im Jahr 2020.

Der VCÖ weist darauf hin, dass dafür der zusätzliche Strombedarf 0,43 Terrawatt-Stunden beträgt, das sind 0,6 Prozent der derzeitigen Gesamtstromerzeugung Österreichs. "Der zusätzliche Strombedarf für Elektroautos ist kein Problem. Wichtig ist jedoch, die gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass nur Strom aus erneuerbarer Energie für Elektrofahrzeuge verwendet wird", betonte Blum. Da Elektro-Fahrzeuge auch als Speicher dienen könnten, könnte sich mit Hilfe der Elektromobilität der Anteil der Wind- und Solarenergie erhöhen. So könne eine Windanlage den Strom für die Jahresfahrleistung von rund 3.000 Elektroautos liefern.

Politischen Handlungsbedarf sieht der VCÖ bei der Infrastrukturpolitik. "Klimafreundliche Elektromobilität benötigt als Basis ein dichtes Öffentliches Verkehrsnetz und ausreichend Ladestationen. Auch die Bauordnungen sind zu reformieren, damit neue Anlagen und Bürogebäude bereits die Voraussetzungen für die Ladestellen beinhalten, gibt Blum zu bedenken.

Quelle: APA

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