Solon trotz Solar-Booms weiter mit Verlusten
Düsseldorf, 18.08.2010
Der krisengeschüttelte Solarmodulhersteller Solon schreibt trotz des Booms in der Photovoltaik-Branche unter dem Strich weiter rote Zahlen. Im zweiten Quartal habe die Firma wegen Finanzierungsproblemen auf Geschäfte verzichten müssen und deshalb einen Verlust von 1,4 Mio. Euro eingefahren, teilte das Berliner Unternehmen mit. Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn von 1,5 Mio. Euro gerechnet.
Verantwortlich für den Nettoverlust sei "die ein oder andere Altlast", sagte Firmenchef Stefan Säuberlich zu Reuters. Ohne das nötige Geld im Rücken habe Solon das margenstarke Geschäft mit Solarkraftwerken nicht stemmen können. "Im ersten Halbjahr haben wir beinahe vollständig auf das Systemgeschäft verzichten müssen", erklärte der Firmenchef. Im Juni einigte sich Solon dann mit den Banken nach der Zusicherung einer Staatsbürgschaft auf einen neuen Kreditrahmen.
Ein Konsortialkredit unter Führung der Deutschen Bank sichert dem Unternehmen bis Ende kommenden Jahres 275 Mio. Euro. Zudem beschaffte sich Solon über eine Kapitalerhöhung 20 Mio. Euro. In der Folge könne die Firma das Projektgeschäft nun wieder vorantreiben, sagte Säuberlich. Für 2010 stellte er einen Umsatz von 500 (Vorjahr: 354) Mio. Euro an und ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (Verlust von 199 Mio. Euro) in Aussicht.
Im zweiten Quartal schrieb Solon nach fünf verlustreichen Quartalen operativ erstmals wieder schwarze Zahlen. Die Berliner Firma verdiente vor Zinsen und Steuern (Ebit) 4,3 Mio. Euro nach einem Verlust von 32 Mio. vor Jahresfrist. Der Umsatz verdoppelte sich auf 155 (Vorjahr: 81) Mio. Euro.
Quelle: APA/ag
