OeMAG

Ennser Biodieselanlage soll wieder in Betrieb gehen

Linz, 30.07.2010

Die Biodieselanlage in Enns bei Linz, die vor mehr als zwei Jahren in den Konkurs geschlittert war, soll noch heuer wieder den Betrieb aufnehmen. Möglich wird das durch ein Joint Venture zwischen der IHC Zukunft GmbH, der Tochter einer Stiftung der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich, und dem bulgarischen Unternehmen Bulmarket, das über Rohstoff verfügt und 95 Prozent der Anteile übernimmt.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, teilte die RLB in einer Presseaussendung am Freitag (30. Juli) mit. Der Rohstoff für Enns kommt künftig per Schiff direkt aus den Ölmühlen in Bulgarien. Nachdem die Anlage permanent serviciert und auch das hoch qualifizierte Schlüsselpersonal weiterhin beschäftigt worden sei, könne von diesem Stand-by-Betrieb rasch in die normale Produktion übergegangen werden, hieß es. "Nach einer mehrwöchigen Anlaufphase kann noch im Laufe des Jahres 2010 die Vollauslastung erreicht werden", so Bulmarket-Chef Stanko Stankov. 2011 sollen 100.000 Tonnen Biodiesel und 10.000 Tonnen Pharmaglycerin hergestellt werden. Bulmarket beschäftigt rund 450 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 100 Mio. Euro.

Nach dem Konkurs der Biodiesel Enns GmbH & Co KG - mit Forderungen von 76 Mio. Euro die größte Insolvenz 2008 in Oberösterreich - wurde an die Gläubiger eine Quote von 18,8 Prozent verteilt. Das ehrgeizige Projekt, ausgelegt auf eine Jahresproduktion von 100.000 Tonnen Biotreibstoff, war an erheblichen Baukostenüberschreitungen, einer Verzögerung bei der Errichtung, Anlaufverlusten und einer Fehleinschätzung der Marktentwicklung gescheitert. Die Anlage wurde bereits 2007 stillgelegt. Im Herbst 2008 übernahm sie die IHC Zukunft GmbH, um 36 Mio. Euro. Die RLB war ursprünglich über eine Tochter mit 49 Prozent beteiligt gewesen.

Quelle: APA

© 2007 OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG

www.oemag.at