Portugal will Erneuerbare auf 31 Prozent ausbauen
Wien/Lissabon, 07.07.2010
Portugal will bis 2020 31 Prozent seines Energieverbrauchs mit erneuerbaren Energien decken. Das geht aus dem Plan der Regierung hervor, der Ende Juni der EU-Kommission vorgelegt wurde. Der Erneuerbarenverband APREN ist unzufrieden, er ist von 34,8 Prozent ausgegangen.
Die derzeit installierte Leistung erneuerbarer Energien liegt laut portugiesischem Statistikamt bei 9,145 GW und wies von 2002 bis 2009 eine durchschnittliche jährliche Steigerung von 9,1 Prozent von 2002 bis 2009 auf. Bis 2020 werden 19,4 GW angepeilt. APREN hat ein Potenzial von 20,4 GW errechnet. Portugal will die Energieabhängigkeit vom Ausland zudem auf 74 Prozent reduzieren. Laut den Vorgaben sollen bis 2020 60 Prozent der produzierten Elektrizität aus erneuerbaren Quellen kommen und somit helfen, die Ziele im Bereich der Treibhausgasemissionen einzuhalten.
Der Plan sieht 9,83 GW aus Wasserkraft (derzeit 4,82 GW), 6,95 GW aus Windenergie (3,6 GW), 1,5 GW aus Solarkraft (101,3 MW), 958 MW aus Biomasse (101 MW) und 150 MW aus Wellenenergie (4,2 MW) vor. Priorität haben laut Regierung die schnelle Lizenzvergabe für Miniwasserkraftwerke (zusätzliche 250 MW), die Planung neuer Offshore-Windanlagen und die Verwendung neuer Technologien bei Solaranlagen.
Die Regierung verspricht sich von diesem Programm neben 100.000 neuen Arbeitsplätzen auch die Reduktion von 25 Prozent der importierten Energie mit einem Einsparungspotenzial von rund 2 Mrd. Euro. und 20 Prozent Energieeinsparung durch Projekte wie Mobilie-e (Aufbau von Infrastruktur für Elektroautos) und Smart Cities (intelligenter Einsatz von Energie wie z.B. Beleuchtung in den Städten).
Quelle: APA
