Frankreich plant eigenes Wüstenstromprojekt
Paris, 06.07.2010
Nach dem Vorbild des deutschen Wüstenstromprojekts Desertec hat jetzt auch Frankreich ein Vorhaben angeschoben, das "grünen" Strom aus Afrika nach Europa bringen soll. "Diese Energie-Autobahnen sind vollkommen unerlässlich", sagte der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo, der am Montag (5. Juli) in Paris ein Absichtsprotokoll für das Projekt "Transgreen" unterzeichnete.
Rund ein Dutzend europäische Konzerne wie der französische Atomriese Areva, die spanischen Energieunternehmen Abengoa und Red Electrica sowie der Münchener Siemens-Konzern bilden unter Federführung des französischen Stromriesen EDF ein Konsortium, das in den kommenden Jahren Wind- und Sonnenkraft aus dem nördlichen Afrika und Nahost nach Norden bringen soll.
Transgreen ist als Ergänzung zu Desertec im südlichen und östlichen Mittelmeerbecken gedacht. In den kommenden zehn Jahren sollen Kraftwerke mit einer Kapazität von 20 Gigawatt gebaut werden, vor allem Solaranlagen; etwa ein Viertel der Strommenge soll über Hochspannungsleitungen durch das Mittelmeer nach Europa gebracht werden.
Desertec wie auch Transgreen sind noch weit von konkreten Vorhaben entfernt. Das von Frankreich geleitete Transgreen- Konsortium soll nun zunächst einmal Machbarkeitsstudien für unterseeische Hochspannungsleitungen erstellen.
Bisher gibt es nur eine solche Verbindung: eine Doppelleitung zwischen Marokko und Spanien unter der Straße von Gibraltar mit einer Kapazität von 1.400 Megawatt - so viel wie ein modernes Atomkraftwerk produzieren kann.
Quelle: APA/ag
