Berlin peilt 38 Prozent Ökostrom-Anteil bis 2020 an
Berlin, 01.07.2010
Die deutsche Regierung geht von einer Verdoppelung des Ökostromanteils bis 2020 aus. Dann würden über 38 Prozent des Stroms aus Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse erzeugt, geht aus dem Entwurf für den "Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energie" hervor. Derzeit beträgt der Beitrag von Ökostrom gut 17 Prozent.
Die Ausbaupläne der einzelnen Staaten müssen der EU vorgelegt werden, damit diese das EU-Ziel von 20 Prozent Öko-Energie bis 2020 überwachen kann. Unter Berücksichtigung aller Energiearten wie Biosprit und Biogas will Deutschland demnach bis 2020 etwas unter 20 Prozent an Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die EU-Vorgabe für Deutschland liegt bei 18 Prozent. Eine Reihe von EU-Staaten haben traditionell vor allem wegen der Nutzung der Wasserkraft einen weit höheren Öko-Energieanteil als Deutschland.
Vergleichsweise schleppend verläuft der Studie zufolge in den nächsten Jahren die Nutzung von Biosprit im deutschen Verkehr. Er wird in den nächsten Jahren sogar leicht zurückgehen und erst 2020 die Zehn-Prozent-Marke überspringen. Grund ist vor allem die Schwierigkeit, Biosprit ohne Nachteile für Ernährung und Umweltschäden zu erzeugen.
Die Bundesregierung hatte beim Ökostrom allein stets einen Anteil von deutlich über 30 Prozent angepeilt. Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen hatte sich auch auf Studien berufen, die 40 Prozent bis 2020 für möglich halten. Daraus hatte er auch den Schluss gezogen, dass eine deutliche Laufzeitverlängerung von Atomreaktoren nicht nötig sei. Allerdings ist die Speicherung der stark schwankenden Strommengen vor allem aus Wind noch ungelöst. Atom- und Kohlekraftwerke liefern dagegen vergleichsweise gleichmäßigen Grundlaststrom.
Quelle: APA/ag
