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Verbund und BEWAG rüsten Netze im Burgenland auf

Eisenstadt, 10.06.2010

Im Burgenland rüsten Verbund und BEWAG angesichts der bevorstehenden Ausbaus der Windkraft ihre Leitungsnetze um insgesamt rund 131 Mio. Euro auf. Etwa 71 Mio. Euro nimmt der Verbund für das 380-kV-Netz in die Hand, 60 Mio. Euro will die BEWAG im Bereich der 110-kV-Leitungen investieren, teilten Vertreter beider Unternehmen am 10. Juni bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit.

Neben der Errichtung der bereits in Betrieb befindlichen zweiten 380 kV-Leitung von Wien nach Györ will der Verbund gemeinsam mit der BEWAG ein Umspannwerk im Raum Zurndorf errichten, so Verbund Austrian Power Grid-Vorstandsdirektor Heinz Kaupa. Bei der 380 kV-Burgenlandleitung soll ein dritter Teilleiter aufgelegt werden, zudem ist die Errichtung eines Transformators in Rotenturm im Landessüden geplant.

Derzeit betrage die Leistung aus Windkraft in Österreich rund 1.000 Megawatt (MW). Fachleute rechneten mit einem Ausbau bis 3.500 MW, "das muss im Netz auch Berücksichtigung finden", so Kaupa. Europaweit gehe man davon aus, dass bis 2015 rund 100 bis 150 Gigawatt Windanlagen am Netz sein werden. Dass der 380-kV-Ring im Westen noch offen sei, gefährde weiterhin die Versorgungssicherheit Österreichs und die Nutzung der erneuerbaren Energie.

Der Ausbau der Windenergie in der Zeit von 2003 bis 2005 habe im Burgenland zu einer lokalen Wertschöpfung von mehr als 150 Mio. Euro geführt, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (S). Wenn der Einspeistarif "ein so guter bleibt, wie er jetzt ist", seien bis zu 680 Mio. Euro Investitionen geplant. Weitere 220 Mio. Euro sollen innerhalb von 20 Jahren für Wartung, Betrieb und Instandhaltung ausgegeben werden.

Stromautarkes Burgenland

Die Gemeinden sollen in diesem Zeitraum mit rund 12 Mio. Euro entschädigt werden, die Grundstücksbesitzer mit etwa 11 Mio. "Wir wollen in den nächsten Jahren stromunabhängig werden", so Niessl. Derzeit werden nahezu 50 Prozent der burgenländischen Strombedarfes aus Windkraft und etwa zehn Prozent aus Biomasse produziert.

Im regionalen Netz der BEWAG sollen vier Umspannwerke erweitert und zwei weitere gebaut werden. Für die Verbindung werden 70 Kilometer 110-kV-Erdkabel verlegt, was einer Erweiterung um 10 Prozent bedeute, erläuterte Peter Sinowatz, Geschäftsführer der BEWAG Netz GmbH. Der Ausbau des Leitungsnetzes sei auch wegen des zunehmenden Strombedarfes - in den vergangenen 20 Jahren habe es eine Verdoppelung gegeben - notwendig. Jährlich würden dafür zusätzlich etwa 16 Mio. Euro in den Netzausbau und durchschnittlich 15 Mio. in die Netzinstandhaltung investiert.

Zum angepeilten Ziel der Stromunabhängigkeit bis 2013 meinte BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits: "Mengenmäßig lässt sich das darstellen." Behördenverfahren seien bereits gestartet, einige Projekte seien auch schon genehmigt worden. Da man künftig an manchen Tagen das Vier- bis Fünffache des im Burgenland produzierten Stromes transportieren müsse, sei ein gesicherter Abtransport nötig, "und der geht nur über die 380-V-Schiene", so Lukits.

Die BEWAG gehe davon aus, dass man die geplanten Investitionen in den nächsten drei Jahren tätigen könne. Falls die Deckelung für Windenergie im Ökostromgesetz aufrecht bleibe, könnte sich der Zeitraum um ein bis zwei Jahre verlängern. Im Burgenland könne man nach dem Ausbau 1.000 MW Windkraft installiert haben: "Das heißt, wir würden in einer Stunde eine Million Kilowattstunden Strom produzieren."

Quelle: APA

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