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Elektromobilität: Der Boom lässt auf sich warten

Wien, 09.06.2010

Die Elektromobilität kommt. Die entscheidende Frage lautet: Wann? Im Moment kann man davon ausgehen, dass die Entwicklung im Bereich der Elektromobilität weiterhin eher gebremst verlaufen werde, außer es gibt einen entscheidenden technologischen Durchbruch, sagte Professor Wilfried Sihn, Geschäftsführer der Fraunhofer Austria Research GmbH, anlässlich des "Fraunhofer Kaminabends".

Aber auch tiefgreifende Veränderungen am Fahrzeug und zum Teil fehlender sauberer Strom bremsen die Entwicklung bis zur vollständigen Elektrifizierung. Elektrofahrzeuge (E-Fahrzeuge) werden vorerst ein Nischenmarkt bleiben, denn die Elektrifizierung brauche einen entscheidenden Durchbruch im Bereich der Batterie, so Sihn. Batterien haben ein hohes Gewicht, eine geringe Lebensdauer sowie geringe Leistungsstärke und sind zu teuer für den Massenmarkt.

Diese Probleme haben die Euphorie für E-Fahrzeuge sehr gebremst. In der Automobilindustrie legt man daher den Schwerpunkt der Entwicklung nach wie vor auf die Effizienzsteigerung konventioneller Antriebssysteme. Bei Fraunhofer geht man davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten verschiedene Antriebssysteme parallel existieren werden, denn die Elektromobilität wird zu großen Veränderungen am Fahrzeug führen. Es werden sich nicht nur die Antriebssysteme verändern, sondern auch viele andere Komponenten am Fahrzeug. Das ist vor allem für Österreich als Zulieferindustrie von großer Bedeutung, denn die Zulieferer müssen sich künftig im Markt der neuen Komponenten etablieren.

Ein weiteres Problem der Elektromobilität liegt in den Stromquellen. E-Fahrzeuge machen nur dort Sinn, wo es sauberen Strom gibt. In jenen Ländern, wo der Großteil des Strombedarfs in Kohlekraftwerken produziert wird, schlägt sich der Gebrauch von E-Fahrzeugen kaum in der CO2-Bilanz nieder. Es braucht zwar keine neuen Kraftwerke, um E-Fahrzeuge betreiben zu können, aber damit Elektrofahrzeuge ihrem Sinn gerecht werden, wird man zusätzliche Kraftwerke brauchen, die sauberen Strom erzeugen, sagte Gerald Rücker von der EVN.

Quelle: APA

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