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Solarstrom: Frankreich engagiert sich in der Wüste

Paris, 21.05.2010

Frankreich will es Deutschland nachmachen und ein großes Sonnenstromprojekt in Afrika starten. Paris will laut Medienmeldungen des Projekt "Transgreen" nächste Woche (25. Mai) bei einem Treffen der Mittelmeerunion auf den Weg bringen.

Dass Frankreich die Mittelmeerunion für Transgreen wählt, scheint sinnvoll. In ihr sind nicht nur alle EU-Länder, sondern auch Nordafrika und die Nahost-Region einschließlich Israels vertreten. Ein Solarplan der im Juli 2008 nach langem Tauziehen mit Deutschland gegründeten Union sieht bereits den Bau von Kraftwerken mit einer Kapazität von 20 Gigawatt bis zum Jahr 2020 in Afrika vor. Fünf Gigawatt davon sollen nach Europa transportiert werden.

Tatsächlich hat die Desertec-Initiative bei ihrer Gründung vergangenes Jahr in Frankreich einige Unruhe ausgelöst. Denn das Konsortium aus Konzernen wie Siemens, E.ON und RWE zielt auf traditionelles französisches Einflussgebiet - Länder wie Marokko, Algerien oder Tunesien. Desertec hat inzwischen versucht, den Ruf als rein deutsche Initiative loszuwerden. So wurden Gesellschafter aus Marokko, Spanien, Italien und - mit Saint-Gobain Solar - auch aus Frankreich aufgenommen.

Gegenüber Transgreen haben die Desertec-Mitglieder ihrerseits keine Berührungsängste: "Wir werden dem Konsortium beitreten", sagt Siemens-Sprecher Alfons Benzinger. Der deutsche Konzern sei für Transgreen "ein natürlicher Partner", da er "technologisch führend bei der energiesparenden Übertragung von Strom über weite Strecken" sei. In Konkurrenz sieht Benzinger beide Projekte nicht. "Das ergänzt sich."

Auch Desertec hat nach eigenen Angaben keine Probleme mit Transgreen. "Selbstverständlich werden diese beiden Initiativen eng zusammenarbeiten", sagt Desertec-Sprecher Alexander Mohanty. Auf Managementebene habe es "schon engere Kontakte" gegeben. Und Transgreen konzentriere sich "in erster Linie" auf den Stromtransport, während Desertec auch die Stromerzeugung anschieben wolle. "Insofern sehen wir das als absolut komplementär an." Sache der Unternehmen.

Quelle: APA/ag

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