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Offshore-Windanlagen als Anlageobjekte für Banken

Wien, 20.05.2010

Offshore-Windanlagen zählen zu den Hoffnungsträgern der europäischen Energiepolitik. Man will damit den EU-Zielen für erneuerbare Energien bis 2020 einen großen Schritt näher kommen. Nun habe auch der Privatsektor die Branche entdeckt, schreibt der internationale Consulter Frost & Sullivan (F&S) in einer Marktanalyse. Banken erhöhen demnach stetig ihr Engagement.

Laut F&S wird die installierte Kapazität von Offshore-Windanlagen in Europa von 1,3 GW (2008) bis 2015 auf 18,8 GW steigen. Demnach würden Offshore-Windparks höhere Zuwächse verzeichnen als die landbasierten Anlagen, die jedoch auch künftig den Löwenanteil des Gesamtmarktes für Windenergie ausmachen werden.

"Das Interesse des Bankensektors an der Offshore-Windindustrie hat vor allem im zweiten Halbjahr 2009 rapide zugenommen, und wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiterhin anhält”, meint Gouri Kumar, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan. "Dafür sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: zum einen die Größe, das Potenzial und die unbestreitbaren Chancen, die dieser Markt bietet, und zum anderen das bereits bestehende Engagement sowohl von Seiten der Regierungen als auch einzelner Investmentbanken, die im vergangenen Jahr bemüht waren, zumindest die wichtigsten Projekte zu retten."

Die Banken haben die Offshore-Windenergie erst in jüngster Vergangenheit als Anlageprodukt entdeckt. Zuvor habe nur vereinzelt Interesse bestanden, da die Risiken im Vergleich zur reiferen Onshore-Windenergie erheblich höher waren. "Dazu zählen beispielsweise der langwierige Zulassungsprozess, die schwierigen Installationsbedingungen, der höhere Projektaufwand sowie die komplizierte und teure Wartung und Instandhaltung", erläutert Kumar. "Allerdings tut sich hier einiges, da Länder wie Großbritannien und Deutschland Bemühungen vorantreiben, die Kosten für Turbinentechnologie und verschiedene Komponenten zu reduzieren sowie bessere Installationsmethoden zu entwickeln."

Um das finanzielle Risiko zu minimieren, haben sich laut FS mehrere Banken zusammengeschlossen. Doch die Zahl der engagierten Banken sei weiter sehr gering geblieben. Dadurch seien die Erfahrungen mit der Finanzierung von Offshore-Anlagen im Vergleich zu herkömmlichen Windparks immer noch sehr gering, so Kumar. "Langsam zeigt sich aber, dass die Risiken im Vergleich zu den immensen Chancen, die dieser Markt bietet, an Bedeutung verlieren und dass die Investoren - an vorderster Front Investmentbanken - diese Risiken mit innovativen Konzepten und unkonventionellem Denken zu überwinden suchen."

Quelle: APA

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