Grüne Burgenland fordern höhere PV-Förderung
Eisenstadt, 08.04.2010
Grünen Klubobfrau Grete Krojer und Spitzenkandidat Michel Reimon haben am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt den ersten "Baustein" ihres Umweltprogramms zur Landtagswahl präsentiert. Unter dem Motto "Mein Haus ist mein Kraftwerk" fordern die Grünen eine direkte Photovoltaik-Förderung durch das Land Burgenland.
Privatpersonen sollen 50 Prozent bis maximal 12.000 Euro für die Investition in eine Anlage erhalten. Ein Vier-Personen-Haushalt in Österreich verbraucht im Jahr durchschnittlich 3.500 Kilowattstunden (kWh). Im Burgenland sind es etwa 5.000 kWh. Geht man von einem Jahresverbrauch von etwa 4.000 kWh aus, wird eine Photovoltaik-Anlage mit 4 Kilowattpeak benötigt. Die Investitionskosten dafür betragen 16.000 Euro.
Um die Hälfte dieser Investitionskosten abzudecken, schlägt Reimon die Einrichtung eines "Grünen Sonnenschecks" vor. Dieser Scheck solle wesentlich einfacher funktionieren als bisherige Fördermodelle und jeder einzelne Haushalt solle Anspruch darauf haben. Wer sich eine Solaranlage kauft oder eine Photovoltaikanlage aufs Dach hängt, bekomme vom Land 50 Prozent der Kosten dazu bezahlt.
Tauschhandel
Das Modell sei simpel: Denn private Haushalte würden Solarstrom den ganzen Tag über produzieren, der größte Stromverbrauch sei allerdings abends. Die zeitliche Differenz soll genutzt werden. "Das heißt, der private Haushalt stellt tagsüber Strom zur Verfügung und nimmt abends Strom aus dem Netz und das ganze eins zu eins. Das ist ein Tausch", so Reimon. Die Abrechnung solle einmal im Jahr erfolgen. Außerdem verlangt der Spitzenkandidat, das Stromversorger für jeden privaten Haushalt, der den Sonnenscheck annimmt "so etwas verpflichtend anbieten müssen". Die Kosten für eine Anlage wären somit "klar und sozusagen im ersten Jahr gedeckt", sagte Reimon.
Solare Warmwasseraufbereitung und Stromerzeugung am eigenen Dach ist laut Krojer gefragt. "Das macht die burgenländischen Familien und Haushalte unabhängig, das spart Geld und das schafft Arbeitsplätze im Land", so Krojer. Damit könne jeder Einzelne seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Derzeit fördern sowohl Land als auch Bund Photovoltaik-Anlagen. Die Einspeisförderung vom Bund in der Höhe von 2,1 Mio. Euro sei bis Ende 2011 bereits ausgeschöpft. Die österreichweite Investitionsförderung betrug im vergangen Jahr 25 Mio. Euro, für 2010 werden 35 Mio. erwartet. Vom Land gibt es maximal 1.100 Euro pro Kilowattpeak. "Dies ist kein Anreiz für eine Investition", so Krojer.
Quelle: APA
