Kraftwerke: E-Wirtschaft weist UWD-Kritik zurück
Wien, 22.03.2010
Der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) hat der Kritik des Umweltdachverbandes an den Plänen der E-Wirtschaft zum Ausbau der Wasserkraft in Österreich zwar nicht grundsätzlich inhaltlich widersprochen, aber mit dem Hinweis auf den Klimaschutz durch vermehrte Nutzung von Wasserkraft gerechtfertigt.
"Sämtliche Bauvorhaben der österreichischen Elektrizitätsunternehmen wurden und werden selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und Projektauflagen durchgeführt", sagte die Generalsekretärin des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt, laut Aussendung.
Man hoffe, das bei der Bewertung von Projekten der Klimaschutz künftig ein wichtigeres Kriterium sein werde, sagte VEÖ-Sprecher Ernst Brandstetter zur APA. Auch wenn es gelinge, den Energiebedarf bis 2020 wie geplant auf dem Niveau von 2005 zu stabilisieren, werde der Strombedarf in den kommenden Jahren weiter wachsen. Dem hohen Anteil der Wasserkraft am der heimischen Stromproduktion sei es zu verdanken, dass die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde lediglich bei 0,17 kg je Kilowattstunde liegen würden, argumentiert die E-Wirtschaft. Das sei einer der niedrigsten Werte in Europa.
Ausbaupotenzial von 13 Mrd. kWh
"Wasserkraft, Windenergie und Biomasse ermöglichen bis 2020 eine zusätzliche nachhaltige Stromerzeugung von über 14 Milliarden Kilowattstunden", sagte Schmidt laut Aussendung. Österreich verfüge über ein technisch-wirtschaftliches Wasserkraftgesamtpotenzial in Höhe von 56 Mrd. kWh, daraus ergebe sich unter Ausschluss von Nationalparks oder von Gebieten des UNESCO-Weltkulturerbes ein noch ausbaubares Potenzial von 13 Mrd. Kilowattstunden. "Damit können 5,8 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden und bis zum Jahr 2020, dem Zieljahr des EU-Energie- und Klimapakets, sind 7 Mrd. kWh umsetzbar. Dies entspricht 3,1 Mio. Tonnen CO2 und Österreich würde damit um 15 Prozent mehr "grünen" Strom gegenüber dem Status quo verfügen", heißt es in der Aussendung.
"Panikmache und das Operieren mit Gräuelbildern hat keinen Sinn", sagte VEÖ-Sprecher Brandstetter. "Der Masterplan Wasserkraft enthält kein Projekt, das in einem Nationalpark liegt." Aber "absolute Tabuzonen gibt es nicht und für Großkraftwerke wird es ohne Ausnahme nicht gehen", räumte der Sprecher ein. Andererseits sei auch der Vorwurf der Umweltschützer, dass durch die Kraftwerke Naturraum zerstört werde, zu relativieren: "Sehr viele Kraftwerke werden da entstehen, wo jetzt starke Flussregulierungen und Uferverbauungen sind."
Durch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU werde sich in Österreich die Stromerzeugung um 1,5 bis 2 TWh verringern, "das heißt, durch die Wasserrahmenrichtlinie geht zweimal Freudenau verloren", so Brandstetter. Dabei gehe es in einem ersten Schritt vor allem um die Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässer (Stichwort: Fischaufstiege). "Aber sehr viel davon hat nichts mit der E-Wirtschaft zu tun", sondern betreffe den Hochwasserschutz oder Flussregulierungen.
Quelle: APA
