Tiwag arbeitet bei Wasserkraftkatalog mit
Innsbruck, 19.03.2010
Die landeseigene Tiroler Wasserkraftwerke AG (Tiwag) wird bei der Ausgestaltung des Kriterienkatalogs für die Errichtung von Wasserkraftwerken unter der Federführung des Landes mitarbeiten. "Wir haben die Einladung des Landes angenommen und werden unsere Position konstruktiv einbringen", bekräftigte Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer vor Journalisten.
Der Kriterienkatalog soll unter Berücksichtigung der eingebrachten Stellungnahmen aller Interessengruppen bis Sommer erarbeitet werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden beim Land rund 300 Vorschläge eingebracht. Der Kriterienkatalog soll laut dem für Energiefragen zuständigen LHStv. Anton Steixner (V) die Planungssicherheit für Projektbewerber erhöhen. Er ersetze aber keineswegs eine Einzelfallprüfung im Behördenverfahren. Außerdem verlange der Bund im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) von den Landesregierungen die Erstellung eines derartigen Wasserkraft-Planungsinstruments. "Wenn wir diese Hausaufgaben nun nicht erledigen, wird dies der Bund für uns machen", betonte Steixner.
Zuvor hatte Wallnöfer in einer ersten Stellungnahme kritisiert, dass der "Entwurf im Falle einer Beschlussfassung den weiteren angemessenen Ausbau der Wasserkraft in Tirol erheblich erschweren bzw. letztlich verhindern" würde. Der Entwurf "konterkariere" die Ziele der Energiestrategie 2020. Die Gewichtung der Energiewirtschaft mit lediglich 25 Prozent Relevanz ist laut Tiwag-Chef eine "Absage an den Wasserkraftausbau in Tirol".
In einem vorliegenden Entwurf habe ein Expertenteam aus den Bereichen Energiewirtschaft, Wasserwirtschaft, Raumplanung, Naturschutz und Gewässerökologie bereits aus fachlicher Sicht einen derartigen Katalog entwickelt. Dieser soll unter der Mitarbeit von Interessengruppen und der Bevölkerung auf eine "breite Basis" gestellt werden, hatte Steixner erklärt. Am Ende soll ein Regierungsbeschluss stehen.
Quelle: APA
