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Wels lockt zum Energiesparen

Wels, 05.03.2010

"Investieren lohnt sich" lautete der Tenor der Politiker, allen voran Umweltminister Niki Berlakovich (V), bei der Eröffnung der Energiesparmesse am Freitag (5. März) in Wels. Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) verlangte brauchbare Förderungen als Anreiz zum Energiesparen. Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (F) hingegen ärgerte sich in der Auftakt-Pressekonferenz über die seiner Ansicht nach "übertriebenen Energiekennzahlen".

Die 2011 in Kraft tretende oberösterreichische Eigenheimverordnung verlange einen Energie-Kennwert, der nur mehr mit dem Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung zu erreichen sei, kritisierte Haimbuchner. Ihm geht das zu weit. Auch die Förderung für den Tausch von Heizkesseln sieht er gespalten: "Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn das gefördert wird, aber ich habe die Mittel nicht dafür in meinem Ressort", startete er einen "Warnschrei". Wenn sein Budget nicht erhöht werde, werde es "massive Probleme geben".

Anschober für "brauchbare Förderungen"

Anschober sieht die Sache anders: "Da werden wir wohl noch einiges in der Landesregierung zu reden haben." Man müsse die Motivation der Bürger zum Energiesparen unbedingt aufrechterhalten, verlangte er "brauchbare Förderungen". Er überreichte Berlakovich eine Petition mit 5.000 Unterschriften. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, das deutsche Ökostromgesetz in seinen Grundpfeilern zu übernehmen. Anschober erneuerte auch seine Forderung nach einer "Energiesparmilliarde" an den Bund. Diese würde laut Wirtschaftskammer österreichweit rund 21.000 Jobs bringen.

Berlakovich reagierte zurückhaltend: Die Bundesregierung stehe derzeit vor der größten Budget-Herausforderung, die es je gegeben habe. Ein energieautarkes Österreich wäre allerdings eine Win-Win-Situation für die Umwelt und den Arbeitsmarkt in strukturschwachen Regionen, betonte auch er. Derzeit seien bereits 185.000 Leute in Österreich in Green Jobs beschäftigt. Auch die 3,5 Mio. Haushalte in Österreich, die 30 Prozent der Gesamtenergie verbrauchen würden, seien ein enormes Potenzial für die Branche.

Agrarlandesrat Josef Stockinger (V) betonte ebenfalls den wirtschaftlichen Nutzen des Energiesparens. Er will - vor allem angesichts der niedrigen Zinsen - private Investitionen mobilisieren. Das sei wichtig für die Konjunktur. "Wer jetzt investiert, spart Jahr für Jahr ein." Umweltpläne wälzte auch Messe-Präsident Bürgermeister Peter Koits (S). Er betonte, dass die Stadt Wels bis 2030 bei Wärme uns Strom von fossilen Energieträgern unabhängig sein wolle. Auch die städtische Autoflotte werde umgestellt, kündigte er an.

Die Energiesparmesse Wels hat bereits am 3. März mit zwei Fachbesuchertagen begonnen. Von Freitag bis Sonntag ist Publikumsbetrieb. Die erwarteten 100.000 Besucher können unter anderem durch die - laut Angaben der Veranstalter - größte Solarschau Österreichs schlendern und sich bei rund 895 Ausstellern aus elf Staaten über energieeffiziente Lösungen rund ums Bauen und Sanieren informieren. Erstmals findet heuer parallel die Bausoftwaremesse, eine Branchenveranstaltung für bauspezifische EDV-Lösungen, statt. Bereits traditionell ging im Vorfeld der Messe von 3. bis 5. März der internationale Kongress "World Sustainable Days" in Wels über die Bühne, an dem 750 Experten aus 51 Ländern teilnahmen.

SERVICE: Weitere Informationen zur Energiesparmesse im Internet unter http://www.energiesparmesse.at

Quelle: APA

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