EU fordert CO2-Reduktion durch Biosprit-Einsatz
Brüssel, 12.02.2010
Die EU-Kommission hat die Notwendigkeit positiver Auswirkungen beim Einsatz von Biosprit auf die CO2-Bilanz betont. Vorwürfe, wonach die Kommission kritische Studien über negative Umweltfolgen von Biosprit zurückhalte, wurden von der Sprecherin von Energiekommissar Günter Oettinger, Marlene Holzner, zurückgewiesen. Es gebe zwar Untersuchungen, doch werde ein entsprechender Bericht erst Ende des Jahres veröffentlicht.
Der "Treibstoff vom Acker" wird vor allem vom Agrarsektor forciert, der sich dadurch ein zusätzliches finanzielles Standbein erhofft. Umweltschutzorganisationen hingegen warnen vor negativen Auswirkungen nicht nur aufs Klima, sondern auch auf die Lebensmittelpreise.
Auf Anfrage der APA erklärte Holzner, der Einsatz von Biosprit könne sehr wohl einen Beitrag zu den Klimaschutz- und Energiezielen bringen. Die Richtlinie über Erneuerbare Energie, die 2008 beschlossen wurde, stelle klar, dass in der EU verwendeter Biosprit den Nachhaltigkeitskriterien und der Biodiversität entsprechen müsse. Die Richtlinie enthalte auch ein generelles Verbot der Nutzung von Biosprit durch Urwaldrodung.
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hatte zuvor erklärt, dass importierte Agrarkraftstoffe sogar mehr CO2 verursachen könnten als Benzin und Diesel. Das EU-Parlament habe bereits 2008 die Kommission beauftragt, die Umweltfolgen der eigenen Biosprit-Politik untersuchen zu lassen. Die Studien seien bereits seit Juli 2009 fertigt, behauptet der VCÖ. Allerdings halte die EU-Kommission die Studie geheim und verstoße damit gegen die Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit und gegen bestehende EU-Regeln.
Die Kommissars-Sprecherin hat die Vorwürfe von "Transport & Environment" (T&E), der europäischen Dachorganisation des VCÖ, zurückgewiesen. Die Kommission kommentiere auch nicht interne Dokumente, die an die Öffentlichkeit gelangt seien.
Quelle: APA
