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Biosprit führt laut Studie zu höheren CO2-Ausstoß

Stockholm, 19.01.2010

Eine schwedische Expertengruppe erteilt den Biosprit-Programmen Schwedens und anderer westlicher Staaten einen klaren Dämpfer. Laut einer Umweltstudie hat der Verbrauch von Ethanol-Treibstoffen in Schweden seit der Jahrtausendwende zu einem um 20 Millionen Tonnen höheren CO2-Ausstoß geführt, als wenn die entsprechenden Transporte mit herkömmlichem fossilen Benzin getätigt worden wären.

Der Sprecher der Expertengruppe, Sören Wibe, betonte in einem Gastbeitrag in der konservativen Tageszeitung "Svenska Dagbladet", die Ergebnisse des Ethanolberichts stünden im Einklang mit zahlreichen anderen Forschungsstudien, wonach der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbaren Biosprit langfristig und global keine Lösung sei.

Die verschiedenen Biotreibstoff-Programme in Ländern der westlichen Welt würden demnach in den kommenden 50 bis 60 Jahren weltweit zu höheren Lebensmittelpreisen, niedrigeren Spritpreisen, stärkerer Rodung bisher unberührter Regenwälder und letztlich erhöhtem Ausstoß von Treibhausgasen führen. Kritiker sehen in der Forcierung von biologischen Treibstoffen durch die Errichtung entsprechender Monokulturen auch eine Gefahr für die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt.

Schweden und andere Staaten wie auch Österreich fördern die Herstellung und den Verbrauch von Biotreibstoffen in Form von Steuer- und Gebührenbefreiungen oder durch direkte Subventionen. Die dem Finanzministerium in Stockholm unterstellte Expertengruppe für Umweltstudien ermittelt im Auftrag der schwedischen Regierung die Auswirkungen von finanziellen Maßnahmen zur Umweltverbesserung. Sören Wibe ist Professor für Forstwirtschaft in Umea und Parteichef der EU-kritischen "Juniliste".

Die EU will den biogenen Anteil bei Treibstoffen bis 2020 auf 10 Prozent steigern, Österreich will dieses Ziel schon 2010 erreichen.

Quelle: APA

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