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Atom und Kohle dominieren deutsche Strombranche

Düsseldorf, 15.01.2010

In Deutschland haben im vergangenen Jahr Atom- und Kohlekraftwerke nach jüngsten Zahlen der Energiebranche nahezu unverändert die Hauptlast der Stromerzeugung getragen. Fast zwei Drittel des Stroms seien in diesen Anlagen produziert worden, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit. Der Anteil der AKW lag wie im Vorjahr bei 23 Prozent. Braunkohlekraftwerke steigerten ihren Anteil an der Erzeugung auf 24 von 23 Prozent, Steinkohlekraftwerke stellten 18 nach zuvor 19 Prozent.

In absehbarer Zeit könne Deutschland auf keinen Energieträger verzichten, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des BDEW, Hildegard Müller. Dies betont auch die Berliner Bundesregierung, die die Laufzeiten der Atomkraftwerke von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall verlängern will. Umweltschützer haben dies ebenso kritisiert wie den Bau neuer Kohlekraftwerke, die im hohen Maße klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen.

Müller begrüßte, dass der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung in Deutschland im vergangenen Jahr von 15 auf 16 Prozent gestiegen ist, fügte aber hinzu: "Selbst wenn wir es erreichen, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 30 Prozent zu steigern, müssen immer noch 70 Prozent des Stroms in herkömmlichen Kraftwerken produziert werden." Erdgas trug 2009 hierzulande mit einem Anteil von 13 (Vorjahr: 14) Prozent zur Stromerzeugung bei.

Verbrauch um sechs Prozent rückläufig

Insgesamt ist der Strom- und Gasverbrauch 2009 nach Schätzungen des BDEW im vergangenen Jahr um jeweils rund sechs Prozent gesunken. Dies sei vor allem auf die wegen der Wirtschaftskrise schwächere Nachfrage der Industrie zurückzuführen, erläuterte der Verband.

Die Solarwirtschaft warnt unterdessen vor zu starken Förderkürzungen. "Käme es 2010 über das gesetzlich fixierte Maß hinaus zu einer zweistelligen prozentualen Absenkung der Solarförderung, wäre dies wahrscheinlich das Aus für viele Solarunternehmen und die Technologieführerschaft der deutschen Solarbranche", erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig.

Nach Informationen aus Regierungs- und Branchenkreisen will die deutsche Regierung die garantierten Abnahmepreise für Solarstrom ab April um 16 bis 17 Prozent kürzen. Darüber hinaus sollten die Vergütungen ab 2011 stärker als bisher festgelegt sinken, wenn der Neubau von Anlagen weiter so schnell voranschreite wie bisher.

Quelle: APA/ag

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