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Investitionsbedarf im heimischen Stromnetz geortet

Wien, 11.01.2010

Investitionen vor allem bei den Stromnetzen sind für das Forum Versorgungssicherheit ein wichtiger Schwerpunkt in der Energiepolitik. Es gebe einen Investitionsrückstau, wesentlich seien daher entsprechende Anreizregulierungen und eine Abkürzung von Verfahren, sagt Forumssprecher Christoph Zernatto. Weiters seien mehr Kontrolle für den Regulator sowie eine verstärkte Kooperation zwischen Verbund und Landesenergiegesellschaften wichtig, sofern diese Mehrwert schaffe.

Bei den Netzen, die teilweise am Rand der Belastbarkeit seien, müssten Investitionen in die Wege geleitet werden. Aufgabe der Politik sei die Festlegung, welche Technik eingesetzt werde. Ein Abgehen von Freileitungen würde zu höheren Preisen führen, denn es werde nicht möglich sein, alle Leitungen unter die Erde zu verlegen und gleichzeitig die Tarife zu senken. "Wenn man das eine will, muss man das andere akzeptieren." Bei den bestehenden Netzen steige angesichts zunehmender Überalterung die Fehleranfälligkeit. Sie funktionierten zwar relativ lang, seien dann aber auch nicht von heute auf morgen reparabel.

Aufwendungen um 20 Prozent rückläufig

Die Investitionen in die Netze seien in den vergangenen Jahren je nach Unternehmen um rund 20 Prozent gesunken. Die Senkung der Netztarife, die "wichtig und notwendig" gewesen sei, habe in seit Beginn der Strommarktliberalisierung im Jahr 2001 rund 30 Prozent ausgemacht. Für die nächste Regulierungsperiode in Österreich sieht Zernatto nun aber die "Gefahr des Überziehens".

Es werde daher Aufgabe der Politik sein, den Regulator zu prüfen zumal die Regulierungsbehörde E-Control noch weitere Befugnisse erhalten soll wie zum Beispiel die Verhängung von Geldstrafen oder zumindest deren Beantragung bei einem Gericht. Kontrolle sei notwendig, es sollte ein Gremium - etwa einen Energieausschuss - geben, das die Arbeit des Regulators reguliere. Denn Entscheidungen der Regulierungsbehörde hätten massiven Einfluss auf die Versorgungssicherheit in Österreich. In der seit Jahresbeginn laufenden neuen Regulierungsperiode sei eine Anreizregulierung bei den Netztarifen bereits berücksichtigt, es werde sich zeigen, wieweit sich dadurch das Investitionsverhalten ändere.

"Wir werden in Zukunft jede Kilowattstunde brauchen, egal woher sie kommt", skizziert Zernatto die Herausforderungen für die künftige Energiepolitik. Die Diskussion, ob Strom aus Wasserkraft, thermischen Kraftwerken oder Alternativen Energiequellen produziert wird, werde es nicht mehr geben. Man brauche alle Bereiche, in denen die Erzeugung sinnvoll sei. Wesentlich bei einer Energiestrategie für Österreich sei die Grundsatzentscheidung über das Ausmaß der Autarkie. Zernatto ist für eine Energieautarkie "so hoch wie möglich, ohne dass es unwirtschaftlich ist". Weitere Eckpunkte seien eine Auflistung der sinnvoll nutzbaren Ressourcen sowie moderne Stromnetze, die auch die Grundvoraussetzung für Importe seien. Das Forum fordert wie berichtet einen Masterplan Energie für Österreich.

Höhere Preise in Sicht

Energie werde teurer werden, darauf habe Österreich keinen Einfluss. Die Chance, ein mittelgroßer Player in Europa zu sein, sollte nicht ganz vertan werden. Eine Kooperation zwischen Verbund und Landesversorgern mache aber nur dann Sinn, wenn dadurch Mehrwert entstehe etwa in den Bereichen Versorgungssicherheit, Energieautarkie und ein Erschweren von Übernahmen.

Die österreichische Gaswirtschaft habe in der Krise gut reagiert, so Zernatto. Die Speicher seien gut gefüllt, es sei sehr viel in die Versorgungssicherheit investiert worden. Der Polster reiche für sechs Monate, bis 2011 sollen es zehn Monate werden.

Quelle: APA

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