China setzt verstärkt auf nicht-fossile Energie
Peking/Shanghai, 28.12.2009
China will den Einsatz von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen bei der Energieversorgung zurückdrängen. Im kommenden Jahr solle der Anteil von nicht-fossilen Energieträgern an der gesamten Energieversorgung um einen halben Prozentpunkt angehoben werden, sagte der Chef der Nationalen Energieagentur, Zhang Guobao, der Staatszeitung Renmin Ribao.
Dabei solle der Einsatz von Atomkraft und von erneuerbaren Energien gefördert werden. Bis 2020 will China insgesamt 15 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus Wind- und Wasserkraft oder anderen umweltfreundlichen Quellen gewinnen. Derzeit sind es etwa neun Prozent.
Kleinere Kohlekraftwerke sollen zusperren
Zugleich sollen im kommenden Jahr kleinere Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von zehn Millionen Kilowatt geschlossen werden, sagte Zhang der Nachrichtenagentur Xinhua. Insgesamt würden seit 2006 kleinere Kraftwerke mit einer gesamten Kapazität von 55,45 Millionen Kilowattstunden geschlossen.
Zugleich will China die Erdgas-Versorgung verbessern. Nach den jüngsten Versorgungsengpässen in zahlreichen Städten kündigte Zhang einen landesweiten Ausbau der Erdgas-Speicher an. "Der Verbrauch von Erdgas steigt immer noch sehr schnell", sagte er laut Xinhua. Dagegen hinkten die Reserven sowie auch die Fähigkeit, Verbrauchsspitzen zu bewältigen, weit hinterher, erklärte Zhang während eines Arbeitstreffens zur Energieversorgung. Ein Volumen nannte er nicht.
Seit Anfang des Monats sind Nord- und Zentralchina im Griff einer Kältewelle. Die Erdgas-Versorgung hat nicht Schritt halten können. Zu den betroffenen Städten gehören Wuhan und Xian. Auch das Transportwesen und die Industrie sind beeinträchtigt. In den ersten elf Monaten des Jahres stieg der Ergas-Verbrauch in China um elf Prozent zum Vorjahr, die Produktion jedoch nur um acht Prozent. Am 14. Dezember wurde eine Pipeline zwischen China und Turkmenistan in Betrieb genommen, die sechs Provinzen versorgen soll.
Quelle: APA,ag
