Solons Chancen auf Staatshilfe stehen gut
Frankfurt/Berlin, 23.11.2009
Der tief in der Verlustzone steckende Solarmodulhersteller Solon hat einem Magazinbericht zufolge gute Aussichten auf Staatshilfe. Die Berliner Firma habe 180 Millionen Euro Staatsbürgschaften aus dem Deutschlandfonds beantragt, meldete die "Wirtschaftswoche". Das Anliegen stoße auf "Sympathie" im zuständigen Wirtschaftsministerium, berichtete das Magazin ohne Nennung von Quellen. Solon war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, das Wirtschaftsministerium wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.
Nach tiefroten Zahlen im dritten Quartal erwartet Solon auch im Gesamtjahr einen deutlichen operativen Verlust. Das Unternehmen leidet wie andere deutsche Hersteller von Solarmodulen unter einem Preiskampf und wachsender Konkurrenz vor allem aus Asien. Im dritten Quartal wies Solon bei 99 Mio. Euro Umsatz vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Minus von 34,5 Mio. Euro aus.
Es werde "ein starkes Anziehen der weltweiten Nachfrage nach Solartechnik bei einem langsameren Preisrückgang als im laufenden Jahr erwartet", hatte das Unternehmen bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen am vergangenen Donnerstag mitgeteilt. Derzeit verhandeln die Berliner mit den kreditgebenden Banken über eine Neustrukturierung der mittelfristigen Konzernfinanzierung. Solon steht netto mit fast 400 Mio. Euro in der Kreide.
Solon hat in den vergangenen Jahren neben Deutschland vor allem in Spanien Geschäfte gemacht. Nach der Kappung der staatlichen Förderung in Spanien brach der dortige Markt zusammen. Konzerne wie Solarworld, Aleo Solar oder Centrosolar, die mehr auf kleinere Dachanlagen setzen, konnten sich dagegen in der Krise besser behaupten.
Quelle: APA/ag
