Wellenenergie aus der Riesen-"Auster"
Edinburgh, 20.11.2009
Mit einer Art Riesenauster aus Stahl wollen britische Ingenieure die Bewegungsenergie von Wellen in elektrischen Strom wandeln. Am Freitag (20. November) wurde die Konstruktion in der Nähe der schottischen Orkney-Inseln offiziell in Betrieb genommen. Die vom Unternehmen Aquamarine Power in Edinburgh gebaute "Auster" hat eine riesige Stahlwand mit Auftriebstanks darin und wird mit einem Scharnier am Boden befestigt - parallel zur Küste und zu den heranrollenden Wellen.
Die rund 18 Meter breite und etwa zehn Meter hohe Wand wird im Takt des Wassers hin- und herbewegt und treibt einen Hydraulik-Kolben an, der Seewasser unter hohem Druck durch eine Röhre an Land presst - wo eine Turbine installiert wird. Das viele Tonnen schwere Gerät wurde im Seegebiet des European Marine Energy Centre (EMEC) fest im Boden verankert. Dort werden viele Geräte zur Energiegewinnung aus dem Meer getestet.
Im Unterschied zu vielen anderen Maschinen, die Energie im Meer "ernten", presst die neue Konstruktion die Energie in Form von Wasser an Land. So gibt es keine komplizierten mechanischen Teile und keine Elektrik im Meer, die nur schwer zu warten sind. Auch kann kein Öl ins Meer gelangen - es gibt keines in der Maschine. Angenommen wird derzeit, dass 20 der "Austern" rund 9.000 Dreimann-Haushalte mit Energie versorgen könnten.
Quelle: APA/dpa
