Grundlagen zum Thema Ökostrom

Hintergrund

Unter Ökostrom versteht man die elektrische Energie, die aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird. Ökostrom leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Klima- und Umweltschutzzielen. Damit die Ökostromproduktion gesteigert wird, wurde ein gesetzliches bundesweites Förderregime geschaffen. Ziel der Ökostromförderung ist es, die Erzeugung von Ökostrom durch Anlagen in Österreich gemäß den Grundsätzen des europäischen Unionsrechts zu fördern. Gemäß § 4 Abs. 2 ÖSG 2012 ist bis zum Jahr 2015 die Neuerrichtung und Erweiterung von Anlagen in einem solchen Ausmaß zu unterstützen, dass durch Anlagen mit Kontrahierungspflicht durch die Ökostromabwicklungsstelle und durch Anlagen mit Anspruch auf Investitionszuschuss ein Gesamtstromanteil von 15 %, gemessen an der Abgabemenge an Endverbraucher aus öffentlichen Netzen, erzeugt wird.

In Österreich wurde durch die Ökostromnovelle 2006 die Ökostromabwicklungsstelle eingerichtet. Diese ist verpflichtet, den Ökostrom aus bestimmten Ökostromanlagen über einen gesetzlich definierten Zeitraum abzunehmen. Dieser wird zu einem festgelegten Preis vergütet.

Anlagenkategorien

Unterscheidung der unterschiedlichen Anlagentypen:

  • "Altanlage" ist eine Ökostromanlage, die vor dem Inkrafttreten des ÖSG 2012 anerkannt wurde.
  • "Neuanlage" ist eine Ökostromanlage, die nach dem Inkrafttreten des ÖSG 2012 als Ökostromanlage anerkannt wurde.
  • "Kleinwasserkraftanlage" ist eine Anlage auf Basis der erneuerbaren Energiequelle Wasserkraft mit einer Engpassleistung bis einschließlich 10 MW.
  • "Ökostromanlage" ist eine Anlage, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern Ökostrom erzeugt und als solche anerkannt ist. Zu erneuerbaren Energieträgern zählen nichtfossile Energieträger (Wind, Sonne, Erdwärme, Wellen- und Gezeitenenergie, Wasserkraft, Biomasse, Abfall mit hohem biogenen Anteil, Deponiegas, Klärgas und Biogas), einschließlich Tiermehl, Ablauge oder Klärschlamm.

Anerkennung von Ökostromanlagen

Jene Anlagen, die auf Basis erneuerbarer Energieträger betrieben werden, sind über Antrag der Betreiber vom Landeshauptmann des Landes, in dem sich die Anlage befindet, mit Bescheid als Ökostromanlage anzuerkennen. Diese Anerkennung gemäß § 7 ff ÖSG 2012 ist notwendig, damit der Strom, der in der betreffenden Anlage erzeugt wird, als Ökostrom entsprechend dem Ökostromgesetz gilt. Nur so ist eine Einspeisung zum geförderten Tarif möglich.